Donnerstag, 13. Juli 2017

Rückblick Begegnungstag St. Gallen, 17. Juni 2017

Auch dieses Jahr war unsere Gruppe mit einem Stand am Begegnungstag in St. Gallen vertreten. Bei schönem, warmen Wetter mit viel Sonne haben wir im Sinne der I Welcome-Kampagne von Amnesty International Informationen über die europäische Flüchtlingssituation am Stand ausgehängt und Infomaterial ausgelegt, sowie den aktuellen Appell „verletzliche Flüchtlinge schützen“ an den Bundesrat, den Amnesty International gemeinsam mit vielen anderen Organisationen unterstützt. Ausserdem hatten wir auch dieses Jahr wieder unser bewährtes Ringwurf-Spiel dabei, das wie beim letzten Mal bei den Kindern super ankam. So kamen wir auch oft ins Gespräch mit Eltern, die unsere Anliegen – unter anderem Flüchtlingsfamilien nicht im Rahmen des Dublin-Abkommens zu trennen –  meist nur zu gut verstanden. So kamen an diesem Tag auch über 100 Unterschriften für den Appell zusammen.



Mittwoch, 24. Mai 2017

Die Frauenmorde in der Türkei

Cemal Zöngür

Wie wir immer wieder erfahren löst jedes Land seine eigenen sozialen, ökonomischen und politischen Probleme mit Hilfe eines eigenen Weltbildes. Aber weil jede Gesellschaft das Leben mit einer je anderen Ideologie sieht, finden einige der Gesellschaften schneller eine Lösung, andere dagegen finden keine Lösung, was ihre Situation noch schlechter macht. Am Anfang müssen Regierungen sich von den Überlegenheitskomplexen und vom Fanatismus befreien und anfangen mit ihrer Population zu rechnen, d.h. wie viele Menschen in ihrem Land mit ihrem politischen Kurs ein menschliches Leben führen können. Probleme können mit Visionen, die langfristig sind, gelöst werden. Nur so kann das Volk sich weiter entwickeln, und negative Konsequenzen für das Individuum können verhindert werden.

Gesellschaften, denen humanistische Ideologien inhärent sind, wie z.B. viele europäische und weitere Länder der westlichen Hemisphäre, haben diese Probleme weitgehend gelöst. Dass die Menschen sicher, glücklich und gesund leben können, ist nur mit einer verantwortungsvollen Regierung möglich. Warum aber leben Menschen weiterhin denn oft unglücklich und stecken in vielfältigen Schwierigkeiten? Bekanntlich treten soziale und politische Probleme parallel mit den Bedingungen dieser Zeit auf und eine Lösung ist nur mit wissenschaftlichen Mitteln der Gegenwart möglich. Regierungen, denen ein Verständnis für menschliche Bedürfnisse und Natur fremd sind und die nur mit der Philosophie „Unser heiliges Land, unser überlegenes Volk und wir als privilegierte Rasse“ führen können, sind nicht imstande Probleme zu lösen. Es gibt Regierungen wie die der Türkei, die kein Interesse hat Bedürfnisse aller gesellschaftlichen Schichten anzugehen, da sie nur für das Privileg bestimmter Gruppen der Bevölkerung arbeitet.

Ich möchte als trauriges Beispiel die grassierenden Frauenmorde in der Türkei thematisieren. Seit der Gründung der Türkei wird im Volk die männliche Herrschaft vergöttert und die Frauen leben mit dem Gefühl, dass sie männliche Befehle akzeptieren müssen. Weil im türkischen Gesetz Tötungen von Frauen kein absoluter Tatbestand ist, haben Männer keine Angst dies auch zu tun. Frauenmorde sind wie Verkehrsunfälle, sie passieren schicksalhaft. Deswegen werden in der Türkei jeden Tag mindestens zwei Frauen getötet. Die Regierungsclique ist von solchen Problemen nicht betroffen und in ihren Kreisen erleben sie das nicht. Deshalb unternimmt die Regierung auch keine wirklichen Anstrengungen Frauenmorde zu verhindern oder die Täter zu verfolgen. Das unstabile Bildungssystem und die Absicht die arabisch-islamistische Scharia zu adoptieren, tragen nicht dazu bei diese traurige Statistik zu verändern.

Im Folgenden die Zahlen der Frauenmorde in der Türkei, wie sie die Familien-  und Sozialministerin, Fatma Sahin, als Antwort auf eine Frage im Parlament 2013 gegeben hat. Die Zahlen für 2014/15 stammen aus einem Bericht von xxx
1995:  564 getötete Frauen
2000:  810 getötete Frauen
2001: 1313 getötete Frauen
2002: 1399 getötete Frauen
2003: 1315 getötete Frauen
2004: 1368 getötete Frauen
2005: 1281 getötete Frauen
2006: 1202 getötete Frauen
2007:  817 getötete Frauen
2008:  802 getötete Frauen
2009: 1051 getötete Frauen
2010: 1010 getötete Frauen
2011: 1083 getötete Frauen
2012: 1015 getötete Frauen
2013: 1038 getötete Frauen
2014:  294 getötete Frauen
2015:  414 getötete Frauen

İn den ersten 3 Monaten des Jahres 2016 wurden 94 Frauen getötet, was die Anzahl der Frauenmorde im Verlauf der letzten gut 10 Jahren auf erschreckende 16 776 ansteigen lässt.

Ein Volk kann sich nicht entwickeln, wenn die Frauen nicht frei sind, eine Tatsache, die sich seit dem Neolithikum vor 15000 Jahren immer wieder bestätigt. Eine gesellschaftliche Entwicklung, ein Aufbau eines menschenfreundlichen Lebens, eine für alle erträgliche  lebensangepasste Technologie ist nur mit und von Frauen möglich. In einer von Frauen getragenen Welt gäbe es Frieden, in der von Männern diktierten Welt herrscht Krieg.

Quellen:
1-Zahlen von 1995 bis 2015: Bericht des Parlaments 2015 auf Anfrage des ehemaligen Justizministers Sadullah Ergin und der ehemaligen Familien- und Sozialpolitischen Ministerin Fatma Şahin
2-Zahlen von 2016: private Internetzeitung Bianet, Bericht vom 5. März 2017


Cemal Zöngur lebt seit Jahren als politischer Flüchtling in der Ostschweiz und ist aktives Mitglied der lokalen Amnesty International Gruppe  St. Gallen. Er veröffentlich regelmässig Artikel in türkischen Internet – Medien, welche die türkische Politik betreffen und nicht im direkten Zusammenhang mit seinem Engagement bei AI stehen.

Dienstag, 16. Mai 2017

Rückblick SUFO 2017


Am 6. Mai 2017 beteiligten wir uns mit einem Informationsstand am Sozial- und Umweltforum Ostschweiz (SUFO). Im Fokus stand diesmal einmal mehr das Thema Migration und eine menschenwürdige Asylpolitik. Dazu wurden über 60 Unterschriften für den Appell gegen die sture Anwendung der Dublin-Verordnung in der Schweiz gesammelt, welche zusammen mit den Organisationen Solidarité Tattes, Collectif R, Solidarité sans frontières und Droit de rester pour tou-te-s im Herbst dieses Jahres an den Bundesrat übergeben werden. Der Appell kann auch hier online unterzeichnet werden: www.dublin-appell.ch

Es wurden auch 60 Briefe zu der „Urgent Action“ des Falls Noori geschrieben und verschickt. Durch den öffentlichen Druck kam es nun zu einer Anhörung vor dem griechischen Staatsrat und somit Bewegung in dem Fall. Ein Entscheid, ob der syrische Flüchtling zurück in die Türkei muss, ist noch offen: https://www.amnesty.ch/de/themen/asyl-und-migration/kampagne-i-welcome/aktionsmoeglichkeiten/solidaritaet-mit-noori

Wir danken allen Besucher_innen vom SUFO für die Unterstützung und die interessanten Diskussionen an diesem Tag.





Donnerstag, 6. April 2017

SUFO St. Gallen, 5. bis 7. Mai 2017

Vom 5. bis 7. Mai 2017 findet das 13. Sozial- und Umweltforum Ostschweiz (SUFO) in St. Gallen statt. Es wartet ein vielfältiges Programm mit Podiumsdiskussion, Workshops, Informationsständen, Strassenfest und vielem mehr: http://www.sufo.ch/sufo-2017/

Am Samstag, den 6. Mai, werden wir auch mit einem Stand zur I Welcome Kampagne auf dem SUFO vertreten sein. Wir freuen uns auf Deinen Besuch!

Mittwoch, 29. März 2017

Jahresrückblick 2016

Hier findest Du unseren Jahresbericht 2016, mit dem Du Dich über die Aktivitäten unserer Gruppe im letzten Jahr informieren kannst: JAHRESRÜCKBLICK 2016

Auch in diesem Jahr planen wir verschiedene Aktionen im Einsatz für die Menschenrechte - ein Highlight wird musikalischer Natur sein, soviel sei schonmal verraten. Mehr Informationen finden sich bald auf unserem Blog.

Montag, 27. Februar 2017

"Dass wir in unserem Leben keine grossen Probleme haben, bedeutet nicht, dass es überall den Menschen gut geht und wir die Augen zu machen dürfen."


Cemal Zöngür, Aktivmitglied der Amnesty Gruppe St. Gallen, erzählt, wie er Amnesty International kennengelernt hat und warum er bei unserer Gruppe mitmacht.

Hallo, ich bin Cemal und komme aus der Türkei. Über dreissig Jahre lang habe ich in der Türkei im politischen Bereich gearbeitet. Politik interessiert mich immer noch, aber ich finde es auch sehr wichtig, die Entwicklungen und Ideologien, die sich dahinter verbergen, den anderen Menschen näherzubringen und mir die Probleme der Welt genauer anzuschauen.

Meiner Erfahrung nach sehe ich meistens die Menschen im politischen Bereich, die sich nur auf die Politik konzentrieren und die Probleme der Welt oder anderer Bereiche nicht mehr beobachten. Ich finde es wertvoll auch über die Themen ausserhalb der Politik Gedanken zu machen.

Ich habe Amnesty International in der Türkei kennengelernt und beteiligte mich dort, so oft ich Zeit hatte. Meistens war ich in der kurdischen Partei (damals hiess sie Dehap, DTP) beschäftigt. 

Als ich in die Schweiz kam, war es für mich anfangs sehr schwierig, mich an das neue Land zu gewöhnen. Nachdem ich die Amnesty International Gruppe St. Gallen kennengelernt habe, fühlte ich mich besser und freute mich darauf, mit den Freunden von Amnesty International über die Probleme der Welt zu diskutieren. Vielleicht können wir nicht so viel ändern, aber wenn wir und andere Gleichgesinnte in solchen Projekten mitmachen, dürfen wir zumindest die Hoffnung haben, dass wir die Probleme der Welt vermindern können.

Cemal an unserem Stand beim SUFO 2016

Dass wir in unserem Leben keine grossen Probleme haben, bedeutet nicht, dass es überall den Menschen gut geht und wir die Augen zu machen dürfen. 

Ein Beispiel: Vor kurzer Zeit gab es in der Westschweiz ein Feuer im Wald und wir hatten nicht so viel darüber geredet. Aber je grösser das Feuer wird, desto gefährlicher wird es auch: zunächst für die Ostschweiz und danach für die Nachbarländer und mit der Zeit für Europa und die Welt. Deshalb muss man immer die Augen offen halten und versuchen die Probleme zu beheben. Das Feuer war ein kleines Beispiel, aber Rassismus, Naturkatastrophen, Hunger usw. können sich sogar schneller als ein Feuer verbreiten. Um das zu verhindern, müssen wir jederzeit hilfsbereit sein.    

Da Amnesty International für die Rechte der Menschen arbeitet und immer hilfsbereit ist, glaube ich, dass ich auch der Menschheit helfe, indem ich in dieser Gruppe von Amnesty International mitmache.


Du möchtest auch etwas für die Menschenrechte tun und interessierst Dich dafür, bei unserer Gruppe aktiv zu werden? Dann schreibe uns eine E-Mail oder komm zu unserer nächsten Sitzung am 4. April, 19.30 Uhr im Café Gschwend (Goliathgasse 7, 9000 St.Gallen) vorbei.

Samstag, 11. Februar 2017

E-Mail-Aktion: Militärgefängnis Saydnaya - Diesen Schrecken müssen wir stoppen

Im syrischen Militärgefängnis Saydnaya bei Damaskus werden Häftlinge systematisch erhängt und durch Folter und Verhungernlassen getötet. Amnesty International hat ein Jahr lang recherchiert, um herauszufinden, was sich hinter seinen Mauern abspielt. Hier findest Du den erschütternden Bericht. Bleiben wir angesichts dieses Schreckens nicht untätig: Nimm an der E-Mail-Aktion teil und fordere von Russland und den USA, diese Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu beenden. Herzlichen Dank für Deine Unterstützung!